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Die Lebensmittelindustrie wandelt sich radikal

Schon heute werden digitale Technologien in zahlreichen Feldern der Ernährungs- und Agrarwirtschaft eingesetzt. Eine gemeinsame Umfrage des Bitkom mit der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie unter über 300 Unternehmerinnen und Unternehmer ergab nun, dass die Entscheidungsträger aus der Wirtschaft radikale Veränderungen in der Lebensmittelindustrie erwarten.

Digitale Innovationen werden wohl alle Bereiche der Ernährungsindustrie verändern. Vom Produzenten, über den Handel, bis hin zu den Konsumenten können alle Akteure von smarten Anwendungen und dem technologischen Fortschritt profitieren. „Mit Robotik, Big Data oder Blockchain wird die Branche nicht nur ihre Geschäftsprozesse weiter optimieren, sie steht vor einer echten Revolution“, kommentiert Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder die digitale Transformation in der Agrar-Wirtschaft. Bereits jetzt prägen verschiedene Formen des digitalen Wandels die Agrar- und Ernährungswirtschaft. Welche Auswirkungen die Digitalisierung haben könnte, war zentraler Bestandteil der gemeinsamen Studie.

Eine Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass künftig eine vollständig nachvollziehbare Wertschöpfungskette der Lebensmittel vom Ursprung bis zum Teller möglich sein wird. Ermöglichen sollen das unter anderem Big Data- und Blockchain-Technologien. Gleichzeitig glaubt beinahe die Hälfte, dass smarte Verpackungen in naher Zukunft auch Haltbarkeitsprüfungen ermöglichen könnten. Beide möglichen Innovationen würden wohl einerseits den Konsumenten, andererseits aber auch dem Handel zugutekommen. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass mehr als acht von zehn Befragten der Meinung sind, dass Hersteller und Verbraucher durch digitale Technologien näher zusammenrücken werden.

Diese Entwicklung scheint auch nötig zu sein, denn gleichzeitig gehen die Unternehmen davon aus, dass die Erwartungen der Konsumenten an die angebotenen Lebensmittel weiter steigen werden. „Die Digitalisierung in der Lebensmittelproduktion wird nicht bei der Landwirtschaft aufhören, denn sie bringt für Unternehmen der ganzen Produktions- und Verarbeitungskette und auch für die Verbraucher ganz neue Dimensionen mit sich (…). Wichtig ist nun, dass digitale Prozesse vom Acker bis zum Teller verzahnt werden“, sagt Christoph Minhoff (Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie) zur Dimension und den nächsten Schritten der digitalen Transformation in der Lebensmittelwirtschaft.

 

Unternehmen benötigen dringend Fachkräfte

Auch wenn 84 Prozent in der Digitalisierung der Landwirtschaft eine Chance sehen, nehmen sie auch viele befragte Unternehmen (70 Prozent) als Herausforderung wahr. Nahezu alle Befragten erwarten durch digitale Technologien deutliche Verbesserungen der Prozess-Abläufe sowie erhebliche Effizienz-Steigerungen in der Produktion. Beinahe jeder neunte Befragte ist der Meinung, dass fehlende Fachkräfte die digitale Transformation in der Agrar- und Ernährungsindustrie verzögern könnten. Auch generell sehen viele der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer im Fachkräftemangel eine zentrale Herausforderung für die Zukunft. Besonders deutlich zeigt sich der Mangel allerdings bei neuen Technologien. Ohne die dringend benötigten Experten dürfte es schwerfallen, die erwarteten Chancen der Digitalisierung zu erfüllen.

Auch vor diesem Hintergrund wünscht sich eine klare Mehrheit ein stärkeres Engagement der Politik, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Da verwundert es kaum, dass über 80 Prozent mehr Fördermittel zur Aus- und Weiterbildung ganz oben auf ihrem Wunschzettel an die Politik geschrieben haben.

Darüber hinaus wünschen sich nahezu alle befragten Unternehmen einen klaren Rechtsrahmen bei der Datensicherheit sowie einen besseren Breitbandausbau.